Wofür wir stehen

Unser Name ist Programm

Vision der Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt ist eine Arbeitswelt ohne Ausbeutung und Unterdrückung. 

Die Stiftung tritt ein für Menschenwürde, Demokratie und Mitbestimmung im Betrieb, für Gleichberechtigung und gute Arbeitsbedingungen, für umweltverträgliche Produktion und Entsorgung und die Herstellung gesellschaftlich nützlicher Produkte.

Zentrale programmatische Begriffe für die Arbeit der Stiftung sind "Arbeitswelt", "Öffentlichkeit" und "Menschenwürde".

Dieser Zentralbegriff reflektiert die Entstehungsgeschichte der Stiftung. Zugleich drückt er unsere Überzeugung aus, dass die "Welt der Arbeit", insbesondere der Erwerbsarbeit, aber auch der unbezahlten, aber gesellschaftlich notwendigen Arbeit, ein für das Glück und die Selbstbestimmung, die Freiheit und die Rechte der Menschen zentraler Lebensbereich ist. Hier, wenn auch gewiss nicht allein hier, entsteht Ausbeutung und Ungleichheit, Herrschaft und Unterdrückung. Hier, wenn auch gewiss nicht allein hier, ist Menschenwürde ständig bedroht.

Wir fassen den Begriff "Arbeitswelt" weit. Auch Arbeitslosenprojekte gehören dazu, und selbstverständlich Projekte zur Verbesserung der Situation von Menschen, die nicht den Status eines Beschäftigten haben, sondern informell arbeiten, darunter Prostituiertenprojekte. Ebenso Projekte zur Berufsausbildung. Erst recht gehören für uns zur Arbeitswelt die Sklavenarbeit in Nazideutschland und der Kampf um die Aufdeckung ihres Ausmaßes und um Entschädigung für die Opfer.

Die Stiftung fördert, wie es in der Satzung heißt, die "Erziehung, Berufs- und Volksbildung im Bereich der Arbeitswelt" durch "Informationsverbreitung" und "Informationsaustausch". Wir fördern also Kommunikation, Diskurs, Streit, Bildung in Hinblick auf Sachen, nicht die Sachen selber. Zum Beispiel fördern wir nicht ein Projekt, das die Chancen von Frauen in Männerberufen erhöhen soll, wohl aber die Information und den Austausch der Beteiligten über dieses und vergleichbare Projekte. Wir fördern auch nicht wissenschaftliche Forschung, wohl aber die Publikation von Forschungsergebnissen mit dem Ziel, die arbeitsweltrelevanten Öffentlichkeiten (Bildungsstätten, Gewerkschaften, Betriebs- und Personalräte, Fachpresse, Arbeitsgerichte) zu erreichen.

Menschenwürde verstehen wir als einen unteilbaren und universell geltenden Anspruch jedes Menschen und zugleich als fortdauernden politischen Auftrag.

Das Programm der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) von 1919 zur Bekämpfung von Arbeitsbedingungen, die der Würde des Menschen nicht gerecht werden, ist weiterhin weltweit nicht realisiert:

Eine Verbesserung (…) ist dringend erforderlich, zum Beispiel durch Regelung der Arbeitszeit, einschließlich der Festsetzung einer Höchstdauer des Arbeitstages und der Arbeitswoche, Regelung des Arbeitsmarktes, Verhütung der Arbeitslosigkeit, Gewährleistung eines zur Bestreitung des Lebensunterhaltes angemessenen Lohnes, Schutz der Arbeitnehmer gegen allgemeine und Berufskrankheiten sowie gegen Arbeitsunfälle, Schutz der Kinder, Jugendlichen und Frauen, Vorsorge für Alter und Invalidität, Schutz der Interessen der im Auslande beschäftigten Arbeitnehmer, Anerkennung des Grundsatzes „gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit“, Anerkennung des Grundsatzes der Vereinigungsfreiheit, Regelung des beruflichen und technischen Unterrichtes und ähnliche Maßnahmen.“ 

(aus der Präambel IAO-Verfassung von 1919)